Als US-Soldaten 1945 das Konzentrationslager Dachau befreien, entdecken sie das Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen. Tausende Tote, unzählige Schwerkranke und Überlebende am Rand des Todes prägen das Bild dieses Ortes.
Vier Jahre zuvor hatte ein junges Mädchen Dachau besucht – und in ihrem Tagebuch einen unbeschwerten Eindruck geschildert. Dieses Mädchen war Gudrun Burwitz, die Tochter von Heinrich Himmler, einem der führenden Funktionäre des NS-Regimes.
Gudrun wurde 1929 in München geboren und wuchs privilegiert auf. Ihr Vater verehrte sie und bezog sie in repräsentative Termine ein. Für sie war er kein Organisator eines Unterdrückungs- und Vernichtungssystems, sondern der geliebte „Pappi“. Sie sammelte Zeitungsartikel über ihn und war stolz auf seinen Einfluss.
Erst nach dem Krieg wurde das volle Ausmaß der Verbrechen öffentlich. Während viele sich distanzierten, hielt Gudrun zeitlebens an ihrer Loyalität zu ihrem Vater fest. Später engagierte sie sich in Kreisen, die ehemalige Nationalsozialisten unterstützten.
Ihre Biografie steht beispielhaft für die Frage, wie eng familiäre Bindung, Ideologie und Verdrängung miteinander verwoben sein können – selbst nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“.




