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Das Schicksal der 91.000 deutschen Kriegsgefangenen nach der Kapitulation in Battle of Stalingrad.H
Das Schicksal der 91.000 deutschen Kriegsgefangenen nach der Kapitulation in Battle of Stalingrad
Am 2. Februar 1943 endete eine der verheerendsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Mit der Kapitulation der 6. Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus gerieten mehr als 91.000 deutsche Soldaten in sowjetische Gefangenschaft. Was für die sowjetische Seite ein historischer Sieg war, bedeutete für die Überlebenden den Beginn eines langen und entbehrungsreichen Leidensweges.
Die Schlacht um Stalingrad war das Ergebnis der deutschen Sommeroffensive 1942, bekannt als „Fall Blau“. Nach dem Scheitern eines schnellen Sieges im Rahmen des „Unternehmens Barbarossa“ wollte die deutsche Führung die strategisch wichtige Stadt an der Wolga einnehmen und gleichzeitig den Zugang zu den Ölfeldern im Kaukasus sichern. Doch der Vormarsch verwandelte sich in einen erbitterten Häuserkampf. Wochenlang kämpften Soldaten beider Seiten um einzelne Straßenzüge, Fabrikhallen und Ruinen.
Als die Rote Armee im November 1942 zur Gegenoffensive ansetzte, wurde die 6. Armee eingekesselt. Versorgung aus der Luft erwies sich als unzureichend. Hunger, Kälte und Krankheiten breiteten sich aus. Temperaturen von weit unter minus 20 Grad machten das Überleben zusätzlich schwer. Viele Soldaten waren bereits körperlich am Ende, bevor die endgültige Kapitulation erfolgte.
Von den ursprünglich rund 250.000 eingeschlossenen Soldaten lebten Anfang Februar 1943 nur noch etwa 91.000. Unter ihnen befanden sich rund 22 Generäle. Die meisten waren unterernährt, verletzt oder schwer krank. Sie marschierten in langen Kolonnen in sowjetische Gefangenschaft – ein Bild, das sich tief in das kollektive Gedächtnis einprägte.
Die Bedingungen in den ersten Wochen nach der Gefangennahme waren äußerst hart. Die Gefangenen mussten oft weite Strecken zu Fuß zurücklegen. Geschwächte Männer brachen am Straßenrand zusammen. Es mangelte an medizinischer Versorgung, warmer Kleidung und ausreichender Nahrung. In provisorischen Lagern oder notdürftig eingerichteten Sammelstellen waren Krankheiten wie Typhus und Ruhr weit verbreitet.
In den folgenden Jahren wurden die Überlebenden in verschiedene Arbeitslager innerhalb der Sowjetunion gebracht. Viele arbeiteten beim Wiederaufbau zerstörter Städte, in Bergwerken oder in der Landwirtschaft. Die Lebensbedingungen blieben schwierig: knappe Rationen, harte körperliche Arbeit und das raue Klima forderten ihren Tribut. Historische Schätzungen gehen davon aus, dass nur etwa 6.000 der in Stalingrad gefangengenommenen Soldaten die Heimkehr nach Deutschland erlebten.
Für die sowjetische Führung hatte der Sieg bei Stalingrad enorme symbolische Bedeutung. Die Schlacht markierte den Wendepunkt des Krieges an der Ostfront. Erstmals war eine komplette deutsche Armee vernichtet oder gefangen genommen worden. Der Mythos der Unbesiegbarkeit der Wehrmacht war endgültig gebrochen.
Gleichzeitig war das Schicksal der Gefangenen eng mit der Vorgeschichte des Krieges verknüpft. Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 hatte einen ideologisch geführten Vernichtungskrieg entfesselt. Millionen sowjetischer Soldaten gerieten zuvor in deutsche Gefangenschaft, wo ebenfalls unzählige an Hunger, Krankheiten und Misshandlungen starben. Die Brutalität auf beiden Seiten war Ausdruck eines Konflikts, der von Anfang an mit extremer Härte geführt wurde.
Die Rückkehr der letzten Überlebenden zog sich bis in die 1950er-Jahre hin. Erst 1955, nach politischen Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion, kamen die letzten deutschen Kriegsgefangenen nach Hause. Für viele Familien war dies ein Moment zwischen Hoffnung und Trauer – denn die meisten Männer aus Stalingrad kehrten nie zurück.
Stalingrad steht heute als Symbol für die Grausamkeit des Krieges, für strategische Fehlentscheidungen und für menschliches Leid in unvorstellbarem Ausmaß. Die 91.000 Gefangenen waren nicht nur Soldaten einer geschlagenen Armee, sondern auch Menschen, die in einem totalen Krieg gefangen waren, der keine Schonung kannte.
Ihr Schicksal erinnert daran, wie schnell militärische Pläne in humanitäre Katastrophen münden können. Hinter jeder Zahl stehen individuelle Lebensgeschichten – Hoffnungen, Ängste und Familien, die warteten. Die Ereignisse von Stalingrad mahnen bis heute, welche Folgen ideologische Verblendung, Größenwahn und Krieg für Millionen von Menschen haben können.




