In der Nacht verschwanden sie spurlos“ – Wie ein geheimer Befehl Hunderttausende wehrlose Menschen aus ihren Familien riss und ein ganzes Volk zum Wegsehen zwang .H

Während des Dritten Reiches gingen viele Leben verloren, doch kaum jemand war so stark marginalisiert wie jene, die vom NS-Regime als „lebensunwert“ eingestuft wurden.
Dies war eine Kampagne des Massenmordes an Menschen, die die Nationalsozialistische Partei als Belastung für die Gesellschaft betrachtete.
Dies ist die Geschichte der Aktion T4, des Programms systematischen Mordens durch das NS-Regime, das als Vorläufer des Holocaust diente.
Es war eine Kampagne zur Ermordung von Kindern, alten Menschen und Kranken. Sie richtete sich gegen geistig und körperlich Behinderte – nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen der von den Nazis besetzten Länder.
Wie begann dieses Programm? Um das zu verstehen, müssen wir in die frühen Tage der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 zurückblicken.
Die Geschichte beginnt mit der Idee, die Genetik des deutschen Volkes zu „verbessern“.
Diese Vorstellung beruhte auf dem Gedanken, den genetischen Pool der Gemeinschaft durch selektive Fortpflanzung zu optimieren – einschließlich Zwangssterilisation und der Beseitigung der sogenannten „Minderwertigen“.
Unter dieser Ideologie wurden soziale Probleme als genetische Defekte betrachtet. Die Nationalsozialisten glaubten an „Rassenhygiene“ und an die Entfernung jener, die als biologisch minderwertig galten.
Dies war Teil der nationalsozialistischen Ideologie, die sich auf die Bewahrung der „Herrenrasse“ konzentrierte, indem Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen entfernt wurden.
Die nationalsozialistische Propaganda wurde eingesetzt, um die deutsche Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Pflege von Menschen mit Behinderungen eine finanzielle Belastung darstelle.
Häufig geschah dies durch Plakate und Filme, die die Kosten für die Versorgung der „unheilbar Kranken“ den Kosten für die Unterbringung einer gesunden deutschen Familie gegenüberstellten.
Für viele war diese Propaganda überzeugend und brachte sie dazu zu glauben, dass das Leben von Menschen mit Behinderungen die finanziellen und emotionalen Kosten nicht wert sei.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gehörte eine der ersten Maßnahmen zur Verabschiedung eines Gesetzes im Juli 1933.
Dieses Gesetz erlaubte die Zwangssterilisation von Menschen mit Erkrankungen wie Schizophrenie, Epilepsie und Blindheit.
Über 400.000 Menschen wurden auf Grundlage dieses Gesetzes sterilisiert.
Zu diesen Erkrankungen zählten unter anderem Schizophrenie, Epilepsie und Blindheit. In dieser Zeit begann der Staat, Menschen als „lebensunwert“ zu kategorisieren.
Ende 1938 oder Anfang 1939 erhielt Hitler eine Petition von den Eltern eines Kindes, das mit schweren Behinderungen geboren worden war.
Bekannt als „Kind K“, baten die Eltern darum, ihr Kind „einschläfern“ zu lassen.
Hitler nutzte diesen Fall als Gelegenheit, seinen Leibarzt Karl Brandt sowie den Leiter der Kanzlei des Führers, Philipp Bouhler, zu ermächtigen, ein Programm sogenannter „Gnadentötungen“ durchzuführen.
Dieses Programm weitete sich bald zu einer umfassenderen Kampagne gegen Kinder mit Behinderungen aus.
Ende 1939 wurde das Programm auf Erwachsene ausgeweitet.
Zu diesem Zeitpunkt erhielt das Programm den Namen Aktion T4, benannt nach der Zentrale in der Tiergartenstraße 4 in Berlin.
Das Programm richtete sich gegen Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, darunter Personen mit Schizophrenie, Epilepsie und Demenz.
Bis Ende 1939 hatte sich das Programm erheblich ausgeweitet. Sechs Tötungsanstalten wurden im gesamten Reich eingerichtet.
Der Kreis der Opfer wurde erweitert und umfasste nun auch ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen.
Die Tötungsanstalten befanden sich in Grafeneck, Brandenburg, Schloss Hartheim, Pirna-Sonnenstein, Bernburg und Hadamar.
Ärztegremien überprüften Fragebögen und entschieden darüber, wer leben durfte und wer sterben musste.
Die Ausgewählten wurden mit einem roten Kreuz markiert.
Die Opfer wurden in grauen Bussen mit verdunkelten Fenstern zu den Tötungsanstalten transportiert.
Bei ihrer Ankunft sagte man ihnen, sie würden zum Duschen gebracht.
In Wirklichkeit führte man sie in Gaskammern, in denen Kohlenmonoxid eingesetzt wurde.
Nach den Tötungen wurden die Leichen verbrannt, und die Asche wurde häufig vermischt und zusammen mit gefälschten Sterbeurkunden an die Familien geschickt.
Bis 1941 war das Programm zu einem offenen Geheimnis geworden.
Nach öffentlichen Protesten, darunter eine Predigt des Bischofs von Galen, ordnete Hitler im August 1941 offiziell die Einstellung des Programms an.
Die Tötungen gingen jedoch in dezentraler Form weiter und wurden als „wilde Euthanasie“ bekannt.
Bis zum Ende des Krieges wurden bis zu 300.000 Menschen ermordet.
Personal und Technologie der Aktion T4 wurden später zur Umsetzung des Holocaust eingesetzt.
Nach dem Krieg wurden mehrere der Täter in Nürnberg vor Gericht gestellt.
Heute werden die Opfer in einer Gedenkstätte in Berlin erinnert – als Mahnmal für die Leben, die dieser brutalen Ideologie zum Opfer fielen.



