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Warum sterben manche friedlich im Schlaf? Die erschütternde Wahrheit,H

Warum sterben manche Menschen friedlich im Schlaf, während andere wochenlang leiden? Warum scheinen einige Seelen einfach sanft hinüberzugleiten? Als ob sie nur einschlafen und nie wieder aufwachen? Elisabeth Kübler-Ross verbrachte Jahrzehnte damit, diese Frage zu untersuchen. Und was sie fand, erschütterte alles, was die Medizin über den Tod zu wissen glaubte. Es ist kein Zufall.

Es ist keine Gnade des Schicksals. Es ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung, die die Seele trifft, lange bevor der Körper seinen letzten Atemzug nimmt. Aber nicht jede Seele ist bereit, diese Entscheidung zu treffen. Was unterscheidet jene, die friedlich im Schlaf gehen? Von jenen, die kämpfen müssen bis zum bitteren Ende.

Stell dir vor, du bist Arzt in einem Krankenhaus. Zwei Patienten liegen auf derselben Station. Beide haben dieselbe Diagnose, beide sind ungefähr gleich alt, beide haben ähnliche Lebensumstände. Der eine Patient ringt Nacht für Nacht um Atem, kämpft gegen den Tod, klammert sich an jeden Moment.

Der andere schläft eines Nachts einfach ein und wacht nicht mehr auf. Kein Kampf, kein Drama, kein qualvolles Ende, nur Stille. Die Medizin hat keine Erklärung dafür. Sie kann dir sagen, wie die Organe versagen, wie das Herz aufhört zu schlagen, wie das Gehirn seine Aktivität einstellt. Aber sie kann dir nicht sagen, warum der eine Patient loslassen konnte und der andere nicht.

Elisabeth Kübler-Ross stand vor genau diesem Rätsel, als sie in den 1960er Jahren begann, sterbende Patienten systematisch zu begleiten. Sie war keine Mystikerin, sie war Ärztin, ausgebildet in der strengen Tradition der Schweizer Medizin. Aber je mehr Menschen sie beim Sterben beobachtete, desto klarer wurde ihr: Hier geschieht etwas, das über die Biologie hinausgeht.

Hier ist eine Kraft am Werk, die nichts mit Medikamenten oder Behandlungen zu tun hat. Hier entscheidet etwas anderes über Leben und Tod, etwas, das sie die Bereitschaft der Seele nannte. Sie begann Muster zu dokumentieren. Sie befragte Angehörige, sprach mit Pflegepersonal, führte akribisch Buch über die Umstände jedes Todes, und nach Jahren der Beobachtung kristallisierte sich eine erschütternde Erkenntnis heraus.

Menschen, die im Schlaf sterben, haben etwas gemeinsam. Nicht körperlich, nicht medizinisch, sondern psychologisch, emotional, spirituell. Sie haben eine bestimmte innere Arbeit geleistet. Sie haben losgelassen, aber das ist keine vage Metapher. Kübler-Ross identifizierte konkrete Schritte, messbare Veränderungen im Verhalten und in der Haltung dieser Menschen in den Tagen und Wochen vor ihrem Tod.

Der erste und wichtigste Schritt ist Akzeptanz. Nicht Resignation, nicht aufgeben, sondern echte, tiefe Akzeptanz der Realität. Kübler-Ross bemerkte, dass Menschen, die im Schlaf starben, in den Tagen zuvor aufhörten zu kämpfen. Sie hörten auf zu sagen: „Ich will noch nicht gehen.“ Sie begannen zu sagen: „Wenn es Zeit ist, bin ich bereit.“ Das klingt einfach, aber es ist die schwerste Transformation, die ein Mensch durchlaufen kann.

Denn Akzeptanz bedeutet, die Kontrolle aufzugeben. Es bedeutet anzuerkennen, dass es Kräfte gibt, die größer sind als dein Wille, größer als deine Angst, größer als dein verzweifeltes Festhalten am Leben. Diese Akzeptanz kommt nicht über Nacht. Kübler-Ross dokumentierte, dass sie ein Prozess ist, der oft Wochen oder sogar Monate dauert.

Die meisten Menschen durchlaufen zunächst Phasen der Verleugnung, der Wut, des Verhandelns. Sie lehnen die Realität ihres bevorstehenden Todes ab. Sie sind wütend auf Gott, auf das Schicksal, auf die Ärzte. Sie versuchen zu handeln, versprechen ein besseres Leben, wenn sie nur noch ein bisschen Zeit bekommen.

Aber irgendwann, wenn keine dieser Strategien funktioniert, wenn die Realität unausweichlich wird, tritt eine Stille ein. Eine innere Stille, in der der Mensch endlich sieht, was ist. Und in dieser Stille beginnt die Akzeptanz zu wachsen. Kübler-Ross erzählte von einer Frau, die monatelang gegen ihren Krebs gekämpft hatte.

Sie unterzog sich jeder Behandlung, jeder Therapie, weigerte sich, die Möglichkeit des Todes auch nur zu erwähnen. Ihr Körper wurde schwächer, aber sie kämpfte weiter. Eines Tages, nach einem Gespräch mit ihrer Tochter, veränderte sich etwas in ihr. Die Tochter hatte sie gefragt: „Mama, wovon hast du am meisten Angst?“ Die Frau dachte lange nach und sagte dann: „Ich habe Angst, dass mein Leben nichts bedeutet hat.“ Die Tochter nahm ihre Hand und sagte: „Dein Leben bedeutet alles für mich. Du hast mir gezeigt, wie man liebt, wie man stark ist, wie man kämpft. Das vergesse ich nie.“

In diesem Moment brach etwas in der Frau. Sie weinte, aber es waren keine Tränen der Verzweiflung mehr. Es waren Tränen der Erleichterung. Sie sagte zu Kübler-Ross: „Ich habe verstanden, ich muss nicht mehr kämpfen.“ In jener Nacht schlief sie ein und wachte nie wieder auf.

Dieser Fall illustriert etwas Entscheidendes: Akzeptanz kommt oft durch Verbindung, durch ein Gespräch, das tief genug geht, um die wahre Angst zu berühren. Die Angst vor dem Tod ist selten nur die Angst vor dem Auslöschen. Sie ist die Angst, nicht genug gewesen zu sein, nicht geliebt worden zu sein, nichts hinterlassen zu haben.

Wenn diese tieferen Ängste angesprochen und aufgelöst werden, wenn ein Mensch die Gewissheit bekommt, dass sein Leben Bedeutung hatte, dann fällt der Widerstand gegen den Tod weg. Die Seele kann loslassen. Aber Akzeptanz allein reicht nicht. Kübler-Ross identifizierte einen zweiten kritischen Faktor: die Erlaubnis zu gehen.

Sie beobachtete immer wieder, dass Menschen nicht sterben konnten, solange sie das Gefühl hatten, gebraucht zu werden. Solange sie glaubten, dass ihr Tod die Bleibenden zerstören würde, klammerten sie sich ans Leben. Und dieser Kampf war qualvoll. Ihr Körper wollte gehen, aber ihre Seele konnte nicht, weil sie eine Verantwortung spürte, die schwerer wog als der Tod selbst. Es gibt Fälle, die das auf erschütternde Weise zeigen. Ein Mann lag wochenlang im Koma.

Die Ärzte konnten sich nicht erklären, warum er nicht starb. Sein Körper war längst bereit, aber irgendetwas hielt ihn hier. Seine Frau saß jeden Tag an seinem Bett und flehte: „Bleib bei mir, geh nicht, ich brauche dich.“ Kübler-Ross beobachtete diese Szene Tag für Tag. Sie sah den Mann im Koma liegen, seinen Körper abgemagert, seine Atmung flach, sein Gesicht verzerrt, als ob er gegen etwas kämpfte.

Schließlich nahm sie die Frau beiseite und sagte: „Sie halten ihn hier fest. Ihre Liebe ist zu einer Kette geworden. Wenn Sie ihn wirklich lieben, müssen Sie ihn gehen lassen.“ Die Frau war schockiert, wütend sogar. Wie konnte Kübler-Ross so etwas sagen? Sie liebte ihren Mann doch. Sie wollte ihn doch nicht verlieren. Aber Kübler-Ross erklärte geduldig: „Ihre Liebe zweifle ich nicht an. Aber schauen Sie ihn an, er leidet. Er kann nicht gehen, weil er spürt, dass Sie ihn brauchen. Er fühlt sich verantwortlich für ihr Glück und diese Verantwortung hält ihn in einem Körper gefangen, der ihm nur noch Schmerz bereitet. Wenn Sie ihn von dieser Verantwortung befreien, wenn Sie ihm sagen, dass Sie ohne ihn zurechtkommen werden, dann kann er endlich gehen.“

Die Frau brauchte Tage, um das zu verarbeiten, aber schließlich verstand sie. Sie ging zurück ins Zimmer, nahm seine Hand und sagte durch Tränen hindurch: „Ich liebe dich und deshalb lasse ich dich gehen. Es ist in Ordnung. Ich werde trauern, aber ich werde weiterleben. Du musst dir keine Sorgen um mich machen. Gehe in Frieden.“ Sie wiederholte diese Worte immer wieder leise wie ein Mantra. Und in jener Nacht, im Schlaf, starb er.

Sein Gesicht, das tagelang angespannt gewesen war, entspannte sich. Die Pflegekraft, die ihn fand, sagte später, er sah aus, als hätte er endlich die Erlaubnis bekommen, nach Hause zu gehen. Diese Erlaubnis zu geben, ist eine der schwersten Handlungen der Liebe. Es fühlt sich an wie Verrat, wie aufgeben, aber Kübler-Ross betonte immer wieder: Es ist das Gegenteil.

Es ist die reinste Form der Liebe, jemanden so sehr zu lieben, dass man ihn gehen lässt, auch wenn es das Herz zerreißt. Diese Art von Liebe stellt das Wohl des anderen über das eigene Bedürfnis. Sie erkennt an, dass Festhalten keine Liebe ist, sondern Angst. Wahre Liebe befreit, sie fesselt nicht. Aber es sind nicht nur die Angehörigen, die diese Erlaubnis geben müssen.

Manchmal muss der Sterbende sich selbst die Erlaubnis geben. Kübler-Ross erzählte von einer älteren Frau, die nicht sterben konnte, weil sie sich selbst nicht vergeben hatte. Jahrzehnte zuvor hatte sie eine Entscheidung getroffen, die ihre Familie zerrissen hatte. Sie hatte einen Sohn verstoßen, aus Enttäuschung und Stolz.

Der Sohn war fortgegangen und nie zurückgekommen. Nun lag sie im Sterben, aber die Schuld lastete auf ihr wie ein Stein. Sie konnte nicht gehen, nicht mit diesem Gewicht. Kübler-Ross verbrachte lange Stunden mit ihr. Sie fragte: „Wenn Ihr Sohn jetzt hier wäre, was würden Sie ihm sagen?“ Die Frau weinte und sagte: „Ich würde sagen, dass es mir leid tut, dass ich ihn liebe, dass er das Recht hatte, sein eigenes Leben zu leben.“

Kübler-Ross sagte: „Dann sagen Sie es jetzt. Sagen Sie es laut, auch wenn er nicht hier ist. Ihre Seele muss diese Worte hören.“ Die Frau zögerte, aber dann sprach sie mit zitternder Stimme: „Ich vergebe dir, mein Sohn, und ich bitte dich, mir zu vergeben.“ In diesem Moment veränderte sich ihr Gesichtsausdruck. Die Anspannung fiel ab. Sie wirkte plötzlich jünger, leichter.

Zwei Stunden später starb sie im Schlaf. Das führt uns zum dritten Element, das Kübler-Ross identifizierte: Vergebung. Menschen, die mit ungelösten Konflikten starben, konnten selten friedlich gehen. Alter Groll, unausgesprochene Wut, unterdrückte Schuldgefühle. All das hielt die Seele gefangen.

Sie konnte nicht loslassen, weil sie noch etwas zu erledigen hatte. Aber wenn ein Mensch in den letzten Tagen seines Lebens Frieden mit seiner Vergangenheit machte, wenn er vergab, sich selbst und anderen, dann öffnete sich eine Tür. Die Seele war plötzlich frei. Kübler-Ross beobachtete, dass Vergebung oft der letzte Schritt vor dem friedlichen Tod war. Es war, als ob die Seele eine Checkliste hatte.

Habe ich akzeptiert? Habe ich die Erlaubnis gegeben und erhalten? Habe ich vergeben? Erst wenn alle diese Punkte erfüllt waren, konnte sie loslassen. Und wenn sie es tat, kam der Tod meist im Schlaf, sanft und ohne Kampf. Sie erzählte von einem alten Mann, der seinen Bruder seit dreißig Jahren nicht gesehen hatte. Ein Streit über eine Erbschaft hatte sie getrennt, ein Streit voller Vorwürfe und Verletzungen.

Der Mann lag im Sterben, aber er konnte nicht gehen. Nacht für Nacht rang er um Atem, aber der Tod kam nicht. Kübler-Ross fragte ihn: „Gibt es etwas, das Sie noch tun müssen?“ Der Mann schwieg lange, dann sagte er: „Ich muss meinen Bruder sehen.“ Die Familie fand den Bruder, brachte ihn ans Krankenbett.

Die beiden alten Männer sahen sich an und keiner wusste, wie er anfangen sollte. Schließlich sagte der Sterbende: „Ich war ein Narr. Das Geld war es nicht wert. Ich habe 30 Jahre meines Lebens verloren, weil ich zu stolz war.“ Der Bruder weinte und sagte: „Ich auch. Ich vergebe dir. Kannst du mir vergeben?“ Der Sterbende nickte, lächelte schwach. Sie hielten sich an den Händen, schwiegen. Aber in diesem Schweigen lag mehr als in tausend Worten.

In jener Nacht starb der Mann im Schlaf. Das vierte Element, das Kübler-Ross beobachtete, war subtiler, aber nicht weniger wichtig: Dankbarkeit. Menschen, die im Schlaf starben, hatten in ihren letzten Tagen oft eine bemerkenswerte Wandlung durchgemacht. Sie hörten auf, über das zu klagen, was sie verloren hatten, und begannen, über das zu sprechen, was sie erlebt hatten.

Sie erinnerten sich an schöne Momente, an geliebte Menschen, an Erfahrungen, die ihr Leben reich gemacht hatten. Diese Verschiebung von Bitterkeit zu Dankbarkeit war kein Zufall. Sie war ein Zeichen dafür, dass die Seele ihre irdische Existenz abschloss, nicht mit Groll, sondern mit Frieden. Eine Frau, die ihr ganzes Leben lang verbittert gewesen war, machte diese Transformation durch.

Sie hatte viel Leid erfahren, viel Unrecht, und sie trug diese Last bis ins hohe Alter. Als sie schwer krank wurde, erwarteten alle, dass sie voller Wut sterben würde. Aber in den letzten Wochen geschah etwas Unerwartetes. Sie begann über ihre Kindheit zu sprechen, über ihren ersten Tanz, über die Geburt ihrer Kinder, über Sonnenuntergänge, die sie gesehen hatte, über das Lachen ihrer Enkelkinder.

Sie lächelte, wenn sie diese Geschichten erzählte. Und als jemand sie fragte: „Bereust du dein Leben?“, antwortete sie: „Nein, es war schwer, aber es war meins und ich bin dankbar dafür.“ Zwei Tage später schlief sie ein und wachte nicht mehr auf. Kübler-Ross erkannte, dass diese Dankbarkeit nicht erzwungen werden kann.

Sie entsteht, wenn ein Mensch sein Leben mit Abstand betrachten kann, wenn er nicht mehr gefangen ist in den Details seiner Enttäuschungen, sondern das größere Bild sehen kann. Und in diesem größeren Bild gibt es immer Licht, immer Momente der Gnade, immer Gründe zur Dankbarkeit. Wenn ein Sterbender diesen Punkt erreicht, ist seine Seele bereit.

Sie hat Frieden gemacht mit dem Leben und dieser Frieden ermöglicht einen friedlichen Tod. Nun stellt sich eine tiefere Frage: Was geschieht eigentlich im Schlaf, das den Tod so sanft macht? Warum ist der Tod im Schlaf anders als der bewusste Tod? Kübler-Ross glaubte, dass im Schlaf die bewussten Widerstände der Seele ausgeschaltet sind. Tagsüber kämpft der Verstand.

Er will kontrollieren, er will festhalten. Er hat Angst vor dem Unbekannten. Das Ego, diese Instanz in uns, die sich an die Identität klammert, an den Namen, an die Rolle, an alles, was uns ausmacht, wehrt sich gegen das Auslöschen. Aber nachts im Schlaf ist der Verstand still. Das Ego tritt zurück. Die Seele kann sich lösen, ohne dass diese inneren Kämpfe stattfinden.

Deshalb sterben so viele Menschen in den frühen Morgenstunden zwischen 3 und 5 Uhr. Das ist die Zeit, in der Schlaf am tiefsten ist, in der die Verbindung zwischen Körper und Seele am lockersten wird. Kübler-Ross nannte diese Stunden die Schwelle. Es ist der Moment, in dem die Grenzen zwischen den Welten am durchlässigsten sind.

Der Körper ist tief entspannt, das Bewusstsein ist nicht mehr wachsam und die Seele kann sanft hinübergleiten, fast unmerklich wie ein Boot, das sich von seinem Anker löst und lautlos in die Nacht treibt. Sie beschrieb den Tod im Schlaf als einen natürlichen Übergang, ähnlich dem Einschlafen selbst. Du legst dich hin, du entspannst dich, du lässt los und irgendwann gleitest du in den Schlaf hinüber, ohne genau zu wissen, wann der Moment des Übergangs war.

Es gibt keinen klaren Punkt, an dem du sagen könntest, jetzt bin ich eingeschlafen. Es geschieht einfach. Genauso geschieht der Tod im Schlaf. Die Seele entspannt sich, sie lässt den Körper los und irgendwann, ohne Drama, ohne Kampf, ist sie drüben. Es ist der natürlichste Prozess der Welt, wenn man ihn zulässt.

Aber es gibt auch eine spirituelle Dimension, die Kübler-Ross in unzähligen Fällen dokumentierte. Menschen, die kurz vor ihrem Tod im Schlaf lebhaft von verstorbenen Angehörigen träumten. Diese Träume waren kein Zufall, keine Halluzinationen eines sterbenden Gehirns. Sie waren Besuche. Die Seelen, die bereits übergegangen waren, kamen, um den Sterbenden abzuholen, um ihn zu begleiten.

Im Schlaf, wenn die rationalen Barrieren fallen, ist die Seele offen für solche Begegnungen. Und diese Begegnungen geben Trost, nehmen die Angst, machen den Übergang sanft. Eine Frau erzählte Kübler-Ross, dass ihr Mann in der Nacht vor seinem Tod von seinem verstorbenen Bruder geträumt hatte.

Am Morgen erwachte er und erzählte ihr mit leuchtenden Augen: „Mein Bruder war hier. Er sah so lebendig aus, so real. Er hat gesagt, es ist bald Zeit zu gehen. Er wird mich abholen. Ich muss keine Angst haben.“ Die Frau lachte nervös, dachte, es sei die Krankheit, die ihn verwirrt machte, oder die Medikamente.

Aber in jener Nacht starb ihr Mann im Schlaf, und auf seinem Gesicht lag ein Ausdruck, den sie nie zuvor gesehen hatte. Kein Schmerz, keine Angst, keine Anspannung, nur tiefer Frieden. Sie sagte, es sah aus, als ob er jemanden sehen würde, den er liebte, als ob er nach Hause gehen würde. Kübler-Ross sammelte hunderte solcher Berichte. Das Muster war immer dasselbe.

In den Tagen oder Stunden vor dem Tod im Schlaf träumten die Sterbenden von Verstorbenen, die sie kannten und liebten. Oft waren es Eltern, Geschwister, enge Freunde. Manchmal waren es auch Kinder, die vor ihnen gegangen waren. Diese Träume hatten eine besondere Qualität. Sie waren lebendiger, realer als Träume.

Die Sterbenden erwachten daraus mit einer Gewissheit, einer inneren Ruhe, die vorher nicht da gewesen war. Es war, als ob sie einen Blick hinter den Vorhang geworfen hatten und gesehen hatten, was sie erwartete. Und was sie sahen, war nicht Dunkelheit, nicht Auslöschung, sondern Licht, Liebe, Wiedersehen. Doch nicht alle Träume waren friedlich.

Kübler-Ross dokumentierte auch Fälle, in denen Sterbende von Begegnungen träumten, die sie zunächst erschreckten. Ein Mann träumte von seinem verstorbenen Vater, mit dem er ein schwieriges Verhältnis gehabt hatte. Im Traum sagte der Vater nichts. Er stand nur da und sah ihn an. Der Mann erwachte schweißgebadet und erzählte Kübler-Ross: „Er wartet auf mich, aber ich habe Angst.“

Kübler-Ross fragte: „Warum haben Sie Angst?“ Der Mann antwortete: „Weil wir nie Frieden gemacht haben. Ich habe ihm nie gesagt, dass ich ihm vergebe.“ Kübler-Ross ermutigte ihn: „Dann sagen Sie es jetzt. Sprechen Sie mit ihm, auch wenn er nicht physisch hier ist, die Seele hört.“ Der Mann tat es.

Er setzte sich nachts in seinem Bett auf und sprach laut zu seinem Vater, als ob dieser im Raum wäre. Er sagte alles, was er nie gesagt hatte. Und in der folgenden Nacht träumte er wieder von seinem Vater, aber diesmal lächelte der Vater, streckte die Hand aus. Der Mann erwachte mit Tränen in den Augen, aber diesmal waren es Tränen der Erleichterung. Zwei Nächte später starb er im Schlaf.

Diese Träume, so Kübler-Ross, sind keine Einbildung. Sie sind ein Teil des Sterbeprozesses, ein Teil der Vorbereitung der Seele auf den Übergang. Im Schlaf ist die Grenze zwischen dieser Welt und der Nächsten durchlässiger. Die Seele, die sich vom Körper zu lösen beginnt, kann bereits Kontakt aufnehmen mit jenen, die auf der anderen Seite warten. Und diese Kontakte sind nicht einseitig.

Die Verstorbenen kommen aktiv, um zu helfen, um zu trösten, um den Weg zu zeigen. Aber was ist mit denen, die niemanden auf der anderen Seite haben? Was ist mit jenen, die allein sterben, ohne Familie, ohne Freunde, die vor ihnen gegangen sind? Kübler-Ross berichtete, dass auch diese Menschen nicht allein sind.

Sie träumen von Wesen, die sie als Engel, als Lichtwesen, als Führer beschreiben. Diese Wesen haben keine spezifische menschliche Form, aber sie strahlen Liebe aus, Akzeptanz, Frieden. Die Sterbenden erwachen aus diesen Träumen mit der Gewissheit, dass sie erwartet werden, dass sie willkommen sind, dass sie nicht ins Nichts fallen.

Kübler-Ross war überzeugt, dass der Tod im Schlaf die natürlichste, schonendste Form des Sterbens ist. Es ist die Art, wie die Natur den Übergang gestaltet hat. Wenn alles gut läuft, wenn die Seele bereit ist, wenn sie keine Widerstände hat, wenn sie Frieden gemacht hat mit ihrem Leben und mit ihrem Sterben, dann kommt der Tod leise, sanft im Schlaf. Es ist kein Privileg, das nur wenigen zusteht.

Es ist eine Möglichkeit, die jedem offen steht, der die innere Arbeit leistet. Doch was ist mit denen, die nicht im Schlaf sterben? Was ist mit denen, die kämpfen, die leiden, die wochenlang an der Schwelle hängen? Kübler-Ross hatte auch darauf eine Antwort. Sie sagte, diese Menschen haben noch etwas zu lernen, etwas zu erledigen, etwas loszulassen. Der Kampf ist nicht sinnlos.

Er ist Teil ihres Prozesses. Manchmal muss ein Mensch bis an die absolute Grenze gehen, muss jeden letzten Rest von Kontrolle verlieren, bevor er bereit ist, sich hinzugeben. Und wenn er es dann tut, wenn er in den letzten Stunden seines Lebens endlich Frieden findet, dann ist sein Tod, auch wenn er nicht im Schlaf kommt, dennoch ein friedlicher Übergang.

Es gibt keine Hierarchie des Sterbens. Der Tod im Schlaf ist nicht besser oder schlechter als ein bewusster Tod. Er ist nur anders. Manche Seelen brauchen den bewussten Abschied. Sie wollen ihre Liebsten noch einmal sehen, noch einmal sprechen, noch einmal die Gewissheit spüren, dass sie geliebt werden. Für sie ist der bewusste Tod wichtig, notwendig, richtig.

Andere Seelen brauchen die Stille, die Einsamkeit des Schlafs, um loszulassen. Sie können nicht gehen, wenn andere zuschauen, wenn Emotionen im Raum sind. Sie brauchen die Dunkelheit, die Ruhe der Nacht, um ihren Übergang zu vollziehen. Beide Wege sind gültig.

Beide sind Teil des großen Spektrums menschlichen Sterbens. Was wir daraus lernen können, ist dies: Der Tod im Schlaf ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer inneren Bereitschaft. Und diese Bereitschaft kann man kultivieren, nicht nur in den letzten Tagen des Lebens, sondern jetzt, in diesem Moment. Man kann lernen, loszulassen, schon jetzt.

Man kann üben, Kontrolle abzugeben, Vertrauen zu entwickeln, dass das Leben einen trägt. Auch wenn man nicht alles verstehen kann. Man kann lernen, zu vergeben, schon jetzt, nicht zu warten, bis man auf dem Sterbebett liegt. Man kann lernen, dankbar zu sein für das, was war, anstatt verbittert über das, was nicht war.

Und man kann lernen, den Menschen, die man liebt, die Freiheit zu geben, auch wenn das schmerzhaft ist. Kübler-Ross glaubte fest daran, dass die Art, wie wir sterben, ein Spiegel ist für die Art, wie wir gelebt haben. Menschen, die ihr ganzes Leben lang festgehalten haben, an Besitz, an Kontrolle, an Groll, werden im Tod festhalten. Sie werden kämpfen, sich wehren, nicht loslassen können.

Menschen, die gelernt haben, mit offenen Händen durchs Leben zu gehen, die gelernt haben, dass alles vorübergehend ist, dass Loslassen keine Niederlage ist, sondern Weisheit, diese Menschen werden sanft hinübergleiten. Das ist keine Strafe oder Belohnung. Es ist einfach die logische Fortsetzung dessen, wer wir sind. Und das bedeutet auch, wir haben die Wahl. Nicht über den Zeitpunkt unseres Todes, nicht über die Umstände.

Darüber haben wir keine Kontrolle. Aber über unsere Haltung, über unsere Bereitschaft, über unsere Fähigkeit, Frieden zu machen mit dem Leben und mit dem Sterben, darüber haben wir sehr wohl Kontrolle. Diese Kontrolle beginnt jetzt, nicht erst, wenn der Tod ist. Jeder Moment, in dem wir loslassen üben, in dem wir vergeben, in dem wir dankbar sind, ist ein Moment, in dem wir uns auf einen friedlichen Übergang vorbereiten.

Kübler-Ross erzählte gern eine Geschichte von einem ihrer letzten Patienten, einem alten Zen-Mönch. Er war sein ganzes Leben lang ein Lehrer gewesen, hatte hunderte von Schülern unterrichtet in der Kunst des Loslassens, der Meditation, der Akzeptanz des Vergänglichen. Als er im Sterben lag, kamen seine Schüler zu ihm und fragten: „Meister, haben Sie Angst?“ Der Mönch lächelte und sagte: „Ich habe mein ganzes Leben lang geübt, diesen Moment loszulassen. Warum sollte ich jetzt Angst haben?“

In jener Nacht, umgeben von seinen Schülern, schloss er die Augen zur Meditation und er öffnete sie nie wieder. Er starb im Sitzen in tiefer Meditation, so friedlich, dass die Schüler erst später bemerkten, dass er gegangen war. Das ist die ultimative Form des Todes im Schlaf.

Bewusst in die Meditation zu gehen und nicht zurückzukehren. Kübler-Ross sah darin die Vollendung dessen, was sie die Kunst des Sterbens nannte. Aber sie betonte immer: Man muss kein Zen-Mönch sein, um friedlich zu sterben. Man muss nur bereit sein, loszulassen. Und diese Bereitschaft kann jeder entwickeln, unabhängig von Religion, Philosophie oder Lebensweg.

Wenn du also nachts wach liegst und über den Tod nachdenkst, wenn du dich fragst, wie dein Ende sein wird, dann ist die Antwort nicht im Schicksal zu finden. Sie ist in dir, in deiner Fähigkeit loszulassen, in deiner Bereitschaft zu vergeben, in deiner Dankbarkeit für das Leben, das du hattest. Und wenn du diese Dinge kultivierst, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dein Tod, wenn er kommt, sanft sein wird, dass er im Schlaf kommen wird.

Leise, friedlich, wie ein letztes Ausatmen nach einem langen Tag. Das ist keine Garantie, aber es ist eine Möglichkeit, eine Wahrscheinlichkeit, die du selbst in deinen Händen hältst. Das ist die Botschaft, die Elisabeth Kübler-Ross uns hinterlassen hat. Der Tod ist nicht dein Feind. Er ist ein Übergang. Und wie dieser Übergang verläuft, liegt mehr in deiner Hand, als du denkst.

Du kannst nicht kontrollieren, wann du stirbst, aber du kannst beeinflussen, wie du stirbst. Und das beginnt jetzt, in diesem Moment, in der Art, wie du lebst, wie du liebst, wie du loslässt. Der Schlaf, den wir jede Nacht erleben, ist eine Probe für diesen finalen Übergang. Jedes Mal, wenn du einschläfst, übst du das Loslassen. Jedes Mal, wenn du erwachst, bestätigst du, dass dieses Loslassen sicher ist.

Und eines Tages wirst du einschlafen und nicht mehr erwachen. Und wenn du gut geübt hast, wird es der friedlichste Moment deines Lebens sein. Wenn dich dieses Thema berührt hat, wenn du mehr über die Erkenntnisse von Elisabeth Kübler-Ross erfahren möchtest, dann abonniere jetzt diesen Kanal. Hier erforschen wir die Geheimnisse des Lebens, des Sterbens und der Seele.

Und schreib in die Kommentare: Kennst du jemanden, der friedlich im Schlaf gestorben ist? Was glaubst du, hat diese Person losgelassen, das anderen schwerfällt? Lass uns darüber sprechen, denn manchmal hilft das Teilen dieser Erfahrungen uns allen, unsere eigene Angst vor dem Tod zu überwinden und zu lernen, jeden Tag bewusster zu leben.

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