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Made in Germany“: Warum der Flakturm Tiergarten selbst 35 Tonnen Sprengstoff trotzte.H

Der Flakturm im Berliner Tiergarten war mehr als nur ein militärisches Bauwerk. Er war ein Symbol für den totalen Krieg, für die industrielle Macht des Dritten Reiches – und später für die überraschende Zähigkeit deutscher Ingenieurskunst, die selbst nach Kriegsende noch Staunen hervorrief.

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Errichtet ab 1941 im Herzen Berlins, nahe dem Zoologischen Garten, gehörte der sogenannte Zoo-Flakturm zu einem System massiver Flaktürme, das die Hauptstadt vor alliierten Bombenangriffen schützen sollte. Diese gigantischen Betonfestungen entstanden aus der Erkenntnis, dass herkömmliche Luftabwehrstellungen den immer stärkeren Bomberverbänden nicht mehr gewachsen waren. Der Flakturm Tiergarten bestand aus zwei Teilen: dem großen G-Turm mit den schweren Flugabwehrgeschützen und dem kleineren L-Turm, der als Leitturm für Feuerleitung und Radar diente.

Der G-Turm war ein technisches Monster. Seine Betonwände waren mehrere Meter dick, das Dach trug schwere 12,8-cm-Flakgeschütze, die den Himmel über Berlin mit Sperrfeuer überzogen. Doch der Turm war nicht nur eine Waffenplattform. Im Inneren befanden sich Luftschutzräume für tausende Zivilisten, ein Lazarett mit Operationssälen, Lagerräume für Kunstschätze sowie ein Funkzentrum, das im Ernstfall auch von der politischen Führung genutzt werden konnte. Während alliierte Bomber die Stadt verwüsteten, suchten Berliner Familien hier Schutz – oft Seite an Seite mit Verwundeten und Soldaten.

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Während der Schlacht um Berlin im Frühjahr 1945 verwandelte sich der Flakturm endgültig in eine Festung. Seine Besatzung senkte die schweren Flakgeschütze und setzte sie gegen Bodenziele ein, um den Vormarsch der Roten Armee zu behindern. In den letzten Tagen des Krieges war der Turm eine der letzten Bastionen im Stadtzentrum. Als Berlin kapitulierte, stand der Betonriese noch immer – nahezu unversehrt.

Nach dem Krieg wurde der Flakturm evakuiert. Sowjetische Truppen räumten systematisch alles aus, was von Wert war: technische Ausrüstung, Kunstwerke, Dokumente. Vieles davon wurde nach Moskau gebracht. Zurück blieb ein leerer, gewaltiger Koloss aus Stahlbeton – ein Relikt eines untergegangenen Regimes, das niemand behalten wollte.

Die Alliierten standen vor einem Problem. Der Flakturm passte nicht in das Bild eines neuen, entmilitarisierten Berlins. Abreißen war die einzige Option. Der kleinere L-Turm wurde am 28. Juli 1947 von britischen Pionieren beim ersten Versuch erfolgreich gesprengt. Doch der größere G-Turm erwies sich als völlig andere Herausforderung.

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Beim ersten Sprengversuch packte man den Turm mit 25 Tonnen Sprengstoff. Journalisten hatten sich versammelt, Kameras waren bereit, die Detonation sollte ein sichtbares Zeichen für das Ende der NS-Architektur setzen. Am 30. August 1947 um 16:00 Uhr wurde gezündet. Eine gewaltige Staubwolke erhob sich über dem Tiergarten – doch als sie sich verzog, stand der Turm immer noch. Beschädigt, aber nicht gefallen.

Ein amerikanischer Journalist soll in diesem Moment trocken bemerkt haben: „Made in Germany.“

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Auch der zweite Versuch scheiterte. Erst der dritte Anlauf brachte den Erfolg – und er erforderte vier Monate Vorbereitung. Über vierhundert Löcher wurden in den Beton gebohrt und mit insgesamt 35 Tonnen Dynamit gefüllt. Die endgültige Explosion zerlegte den Flakturm schließlich in riesige Trümmerblöcke. Es war der einzige Berliner Flakturm, der vollständig zerstört werden konnte.

Nach der Sprengung wurde das Gelände Teil des Zoologischen Gartens. Wo einst Flakgeschütze standen, leben heute Tiere. Der Standort des ehemaligen G-Turms ist heute ein Nilpferdpark, während sich auf dem Platz des L-Turms eine Vogelanlage befindet. Kaum ein Besucher ahnt, dass unter seinen Füßen einst einer der massivsten Bunker Europas stand.

Der Flakturm Tiergarten bleibt ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Architektur, Technik und Ideologie im Zweiten Weltkrieg verschmolzen. Er zeigt, wozu moderne Industrie fähig ist – im Guten wie im Schlechten. Und er erinnert daran, dass selbst nach dem Ende eines Krieges seine Bauwerke noch lange weiterwirken, als stumme Zeugen einer Epoche, die Europa für immer veränderte.

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