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Gefangene deutsche Marinesoldaten der „Bismarck“ erreichen England – Dramatische Szenen nach dem Untergang im Mai 1941.H
Gefangene deutsche Marinesoldaten der „Bismarck“ erreichen England – Dramatische Szenen nach dem Untergang im Mai 1941
Im Mai 1941 bot sich an den britischen Küsten ein Bild, das noch lange in Erinnerung bleiben sollte: erschöpfte, durchnässte und schwer gezeichnete deutsche Marinesoldaten betraten englischen Boden – nicht als Eroberer, sondern als Gefangene. Sie waren die wenigen Überlebenden des Untergangs der „Bismarck“, jenes mächtigen deutschen Schlachtschiffes, das nur wenige Tage zuvor noch als Stolz der Kriegsmarine gegolten hatte.

Die „Bismarck“ war im August 1940 in Dienst gestellt worden und galt als eines der modernsten und stärksten Schlachtschiffe ihrer Zeit. Ihr erster Kampfeinsatz im Atlantik sollte die britischen Nachschublinien empfindlich treffen. Gemeinsam mit dem schweren Kreuzer „Prinz Eugen“ lief sie im Mai 1941 aus, um alliierte Konvois anzugreifen. Doch schon bald wurde sie von der Royal Navy aufgespürt.
Am 24. Mai 1941 kam es in der Dänemarkstraße zur legendären Seeschlacht gegen den britischen Schlachtkreuzer „Hood“ und das Schlachtschiff „Prince of Wales“. Ein Volltreffer der „Bismarck“ ließ die „Hood“ explodieren – innerhalb weniger Minuten sank das britische Flaggschiff, über 1.400 Seeleute fanden den Tod. Dieser Schock erschütterte Großbritannien zutiefst und löste eine massive Jagd auf die „Bismarck“ aus.
Was folgte, war eine dramatische Verfolgung über den Atlantik. Britische Kriegsschiffe und Flugzeuge nahmen die Spur auf. Torpedotreffer beschädigten schließlich das Ruder der „Bismarck“ schwer. Manövrierunfähig und von der Flotte der Royal Navy umzingelt, stand das deutsche Schlachtschiff am Morgen des 27. Mai 1941 vor seinem Ende.
Stundenlang beschossen britische Einheiten das wehrlose Schiff. Granaten zerrissen Aufbauten, Feuer brach aus, Metall wurde aufgerissen wie Papier. Augenzeugen berichteten später von einem apokalyptischen Bild aus Rauch, Explosionen und brennendem Stahl. Gegen 10:40 Uhr sank die „Bismarck“ in die kalten Fluten des Atlantiks. Von den über 2.200 Mann an Bord überlebten nur 114 Seeleute.
Diese Männer klammerten sich an Trümmerteile, schwammen zwischen Ölteppichen und Leichen. Das Wasser war eiskalt, viele waren verwundet oder völlig erschöpft. Britische Schiffe retteten schließlich einen Teil der Überlebenden – nicht aus politischer Gnade, sondern aus maritimer Tradition: Seeleute helfen Schiffbrüchigen, selbst im Krieg.
Wenige Tage später trafen die gefangenen deutschen Marinesoldaten in England ein. Zeitgenössische Fotografien zeigen junge Männer mit müden Gesichtern, manche noch in durchnässten Uniformen, andere mit notdürftig verbundenen Wunden. Sie wirkten nicht wie Propagandabilder eines besiegten Feindes, sondern wie Menschen, die knapp dem Tod entronnen waren.
Für viele Briten war dieser Moment ambivalent. Nur Tage zuvor hatte die „Bismarck“ die „Hood“ versenkt und hunderte Familien in Trauer gestürzt. Nun standen Überlebende des deutschen Schlachtschiffs auf britischem Boden – verwundbar, entwaffnet und erschöpft. Trotz aller Bitterkeit behandelte man sie als Kriegsgefangene nach den geltenden Konventionen.
Die Ankunft dieser Männer in England hatte symbolische Bedeutung. Der Untergang der „Bismarck“ galt als strategischer Erfolg für Großbritannien. Er stärkte die Moral im eigenen Land und zeigte, dass selbst die modernsten deutschen Kriegsschiffe nicht unverwundbar waren. Gleichzeitig machte das Schicksal der Überlebenden deutlich, wie gnadenlos der Seekrieg war.
Viele der geretteten Seeleute verbrachten die restliche Kriegszeit in britischer Gefangenschaft. Dort arbeiteten sie in Lagern, erhielten medizinische Versorgung und warteten auf das Ende eines Konflikts, der für sie auf dramatische Weise bereits entschieden schien. Manche kehrten nach 1945 in ein zerstörtes Deutschland zurück, andere trugen die Erinnerungen an jene Tage für den Rest ihres Lebens mit sich.
Der Untergang der „Bismarck“ bleibt bis heute eines der bekanntesten Kapitel des Seekrieges im Zweiten Weltkrieg. Er steht für technische Überlegenheit und zugleich für menschliche Verwundbarkeit. Hinter dem Mythos des mächtigen Schlachtschiffes verbergen sich individuelle Schicksale – junge Männer, die in einem globalen Konflikt gefangen waren.
Die Bilder der gefangenen deutschen Marinesoldaten, die im Mai 1941 England erreichten, erinnern daran, dass Krieg nicht nur aus Strategien, Karten und Schlagzeilen besteht. Er besteht aus Menschen, aus Hoffnung, Angst und Überleben. Und manchmal erzählen gerade die Überlebenden die eindringlichsten Geschichten – leise, fernab von Propaganda und Pathos.




