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DIE ÄLTESTE WEIBLICHE NAZI, DIE STARB: Mit 61 Jahren traf Elisabeth Marschall – das „Biesti“, das sich hinter einer Krankenschwesternuniform versteckte – den Galgen.H

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Am Morgen des 3. Mai 1947 stand Elisabeth Marschall, eine 61-jährige ehemalige NS-Krankenschwester, im Gefängnis von Hameln dem Galgen gegenüber. Ihre Hinrichtung machte sie zur ältesten weiblichen NS-Kriegsverbrecherin, die je zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde – eine düstere Fußnote in einer Zeit, die von unsagbaren Gräueltaten geprägt war. Einst eine Krankenschwester mit mehr als dreißig Jahren Erfahrung, begann ihr Abstieg in die Berüchtigung im Konzentrationslager Ravensbrück, wo ihre Handlungen zum Tod Tausender Frauen und Kinder führten. Ihre Geschichte, durch Zeugenaussagen von Überlebenden während der Ravensbrück-Prozesse aufgedeckt, ist eine erschütternde Mahnung an die Abgründe menschlicher Grausamkeit. Für Geschichtsinteressierte und all jene, die die Schrecken des Holocausts verstehen wollen, ist Marschalls Vermächtnis eine warnende Lektion darüber, wie Ideologie und Macht korrumpieren können.

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Von der Krankenschwester zur Täterin: Marschalls Weg nach Ravensbrück

Geboren 1886, begann Elisabeth Marschall 1909 ihre Laufbahn als Krankenschwester und widmete sich mehr als zwanzig Jahre der Pflege, bevor ihr Leben eine düstere Wendung nahm. Anfang der 1930er Jahre trat sie der NSDAP bei, überzeugt davon, dass Adolf Hitlers Vision Deutschland aus der Zerstörung des Ersten Weltkriegs führen würde. Ihr Eifer für die NS-Ideologie machte sie jedoch selbst verdächtig. In Braunschweig, ihrer Heimatstadt, wurde sie beschuldigt, Nahrungsmittel für deutsche Patienten an zwei französische Gefangene abgegeben zu haben. Zwar führte die Gestapo-Ermittlung zu keiner Anklage, doch der Verdacht zwang sie zum Weggang. 1942 wurde sie dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, rund 80 Kilometer nördlich von Berlin, zugeteilt, wo sie unter dem berüchtigten „Todesarzt“ Percival Treite zu einer loyalen Vollstreckerin wurde.

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Marschalls Entwicklung von der Pflegerin zur Täterin zeigt die verführerische Macht nationalsozialistischer Ideologie über gewöhnliche Berufstätige. In Ravensbrück wurde ihre medizinische Ausbildung zu einer Waffe, die sie in den Dienst des Mordens stellte. Aus der einst fürsorglichen Krankenschwester wurde eine kaltblütige Organisatorin der Lagerhölle.


Verbrechen in Ravensbrück: Ein Vermächtnis des Todes

Die zwischen 1946 und 1948 abgehaltenen Ravensbrück-Prozesse offenbarten Marschalls Mitwirkung an der systematischen Ermordung Tausender Häftlinge. Zeugenaussagen schilderten sie als Oberschwester, die Hunger, Folter und medizinische Vernachlässigung duldete und beförderte. Besonders schwer wog ihre Beteiligung an der Selektion von über 800 Frauen für die Deportation nach Auschwitz – die meisten starben in den Gaskammern oder bei Zwangsarbeit.

Marschalls Grausamkeit richtete sich vor allem gegen die Wehrlosesten: schwangere Frauen und ihre Neugeborenen. Überlebende berichteten, dass sie Schwangere zu harter Arbeit zwang und ihnen nach der Geburt keine zusätzliche Nahrung gewährte. Die Säuglinge litten Hunger, ihnen wurden Decken und Windeln verweigert, viele starben nackt in Wäschekörben an Unterkühlung. Allein im Januar 1945 wurden 380 Babys geboren – nur eines überlebte länger als drei Monate.

In einem besonders grausamen Fall ließ Marschall 50 Frauen samt ihren Neugeborenen in einen Viehwaggon sperren, ohne Nahrung oder Wasser – alle starben an Dehydrierung. Zeugen berichteten zudem, sie habe tödliche Injektionen veranlasst und Gefangene gezwungen, Gift als Medikament einzunehmen. In einem Fall ließ sie ihre Untergebene Vera Salvequart 230 jüdische Frauen mit einer vermeintlichen „Cholera-Impfung“ vergiften, um das Lager von „unnützen Essern“ zu befreien. So erhielt Marschall den Beinamen „die Schlachterin von Ravensbrück“.


Die Ravensbrück-Prozesse: Gerechtigkeit für die Opfer

Vor Gericht standen Marschalls Taten außer Frage. Zeuginnen und ehemalige Kolleginnen belasteten sie schwer: Ihre Beteiligung an Auschwitz-Selektionen, medizinischen Experimenten und der Tötung von Müttern und Kindern ließ keine Entschuldigung zu. Anders als viele NS-Angeklagte zeigte Marschall keine Reue – sie blieb bis zum Schluss vom „Führer“ überzeugt. Das Gericht verurteilte sie wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode. Am 3. Mai 1947 wurde sie hingerichtet – eine von 16 Frauen, die für ihre Taten in Ravensbrück den Strang erhielten.

Die Prozesse bedeuteten mehr als Vergeltung – sie gaben den Überlebenden eine Stimme. Viele erzählten, wie sie bis zum Zusammenbruch schwere Walzen ziehen mussten, während Marschall unbeteiligt blieb. Eine Überlebende berichtete, sie habe weinenden Müttern spöttisch das Essen verweigert. So wurde aus dem Pflegeeid eine Lizenz zum Töten – ein Symbol für die Perversion der Medizin unter den Nazis.


Vermächtnis und Lehren: Eine Warnung aus der Geschichte

Marschalls Geschichte ist eine mahnende Erinnerung an die Gefahren von Fanatismus und blinder Gefolgschaft. Ihr Weg von der Pflege zur Täterschaft zeigt, wie gewöhnliche Menschen in Systeme des Bösen hineingezogen werden können. Ravensbrück, wo zwischen 30 000 und 50 000 Frauen starben, steht als Monument für die Grausamkeit des Holocausts – und Marschalls Name als Synonym für dessen dunkelste Seite.

Für Historiker und Pädagogen bleibt ihr Fall eine Lehrstunde über Verantwortung und moralische Grenzen. Ihre Hinrichtung schloss ein düsteres Kapitel, doch die Fragen nach Schuld und Menschlichkeit bleiben. Ihr Leben und ihre Taten zeigen, wie schnell Mitgefühl verblasst, wenn Macht und Ideologie die Oberhand gewinnen – und warum Erinnerung die einzige Waffe gegen das Vergessen ist.

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