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DER 12-JÄHRIGE JÜDISCHE JUNGE UND SEIN ÜBERLEBEN UNTER DER NS-VERFOLGUNG: Der Lebensweg von Zvi Cohen – von Gewalt und Verfolgung in Berlin über das Überleben bis zum Neuanfang in Theresienstadt.H
Dieser Artikel behandelt historische Ereignisse im Zusammenhang mit Verfolgung, Deportation und der Shoah. Die Inhalte können emotional belastend sein. Ziel ist es, für die Widerstandskraft der Überlebenden zu sensibilisieren, an die Bedeutung des historischen Erinnerns zu erinnern und zum Nachdenken über Menschenrechte sowie die Gefahren von Diskriminierung anzuregen.

Zvi Cohen, geboren als Horst Cohn am 21. Mai 1931 in Berlin, erlebte die nationalsozialistische Verfolgung als eines der letzten jüdischen Kinder, die 1943 aus der Stadt deportiert wurden. Im Alter von zwölf Jahren wurde er gemeinsam mit seinen Eltern in das Ghetto-Lager Theresienstadt gebracht, wo sie unter Hunger, Krankheit und Tod ums Überleben kämpften.
Dank Einfallsreichtum, Mut und Zufall gelang der Familie die Flucht über einen geheimen Transport in die Schweiz, bevor sie weiter nach Palästina gelangte. Dort nahm Horst den Namen Zvi Cohen an und begann ein neues Leben.
Diese Darstellung stützt sich auf Cohens persönliche Zeugnisse sowie auf historische Quellen wie die Gedenkstätte Theresienstadt und vermittelt einen sachlichen Einblick in sein Schicksal – als Beispiel für menschliche Widerstandskraft angesichts nationalsozialistischer Gewalt.
Kindheit im nationalsozialistischen Berlin
Horst Cohn wurde in eine jüdische Familie in Berlin geboren. Sein Vater war der einzige jüdische Herrenschneider Deutschlands. Als Horst zwei Jahre alt war, wurde Adolf Hitler 1933 Reichskanzler, und eine Welle antisemitischer Gesetze folgte.
Seine früheste Erinnerung stammt aus dem Jahr 1936, während der Olympischen Spiele in Berlin, als das NS-Regime die offene Verfolgung vorübergehend einschränkte, um der Welt ein geschöntes Bild zu präsentieren. Nach den Spielen verschärfte sich die Lage erneut. 1938 wurde sein Großvater in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert.
Auf dem Schulweg wurde Horst regelmäßig von Mitgliedern der Hitlerjugend misshandelt. Sie schlugen ihn mit einem Stock, der an einem Lederriemen mit Metallkugel befestigt war. Blutüberströmt fragte er immer wieder „Warum?“, worauf die Antwort lautete:
„Weil du Jude bist.“
Aus Angst blieb er oft zu Hause. Dort brachte er sich selbst das Spielen der Mundharmonika bei – eine Fähigkeit, die später sein Leben retten sollte.
Am 7. Mai 1943, an Horsts 12. Geburtstag, klopften zwei SS-Männer an die Wohnungstür. Horst war allein zu Hause. Um Zeit zu gewinnen, begann er Mundharmonika zu spielen, bis seine Eltern zurückkehrten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Deportationen erfolgte der Transport in einem normalen Personenwagen, um die Maßnahme vor der Berliner Bevölkerung zu verschleiern. Ziel war Theresienstadt, ein Ghetto-Lager im Protektorat Böhmen und Mähren.
Nach der Ankunft mussten alle Wertgegenstände abgegeben werden. Die Baracken waren überfüllt, mit dreistöckigen Pritschen. Tote der Nacht lagen morgens auf dem Boden und wurden eingesammelt. Die Latrinen dienten hundert Menschen gleichzeitig, ohne jede Privatsphäre.
Theresienstadt verfügte zwar über keine Gaskammern, aber über ein Krematorium, in dem die ersten zehntausend Toten verbrannt wurden – bei extremen Temperaturen, zurück blieb nur Asche.
Der geheime Transport in die Schweiz
1945 kursierten Gerüchte über Massenmorde. Schließlich verkündete ein SS-Befehl einen „Transport in die Schweiz“ für Freiwillige. Viele misstrauten dem Angebot und lehnten es ab. Nur etwa 1.200 Menschen, darunter Horsts Familie, erklärten sich bereit – in ihrer besten Kleidung.
Der Zug fuhr durch ein zerstörtes Deutschland, vorbei an verwundeten Soldaten der Waffen-SS. Der Transport war Teil eines geheimen Abkommens zwischen Heinrich Himmler und der Schweiz: Im Austausch gegen medizinische Lieferungen sollten jüdische Häftlinge freigelassen werden. Adolf Hitler erklärte dies später zur „Verräterei“ und stoppte den Plan.
Die Familie blieb sechs Monate in der Schweiz. Im August 1945 reisten sie mit einem britischen Militärschiff nach Palästina. Horst nahm nun offiziell den Namen Zvi Cohen an.
Leben nach dem Krieg und Vermächtnis
In Palästina, später Israel, baute Zvi Cohen sein Leben neu auf, diente in den israelischen Streitkräften und gründete eine Familie. Seine Geschichte, die er in Interviews schilderte, zeigt, wie Einfallsreichtum – etwa sein Mundharmonikaspiel – und Zufall über Leben und Tod entscheiden konnten.
Theresienstadt, von der NS-Propaganda als „Musterghetto“ dargestellt, forderte in Wahrheit rund 33.000 Todesopfer. Zvis Flucht zählt zu den wenigen erfolgreichen Rettungen.
Historiker sehen sein Zeugnis als Symbol für die Widerstandskraft jüdischer Kinder unter den sechs Millionen ermordeten Juden.
Der Weg von Zvi Cohen – vom misshandelten Kind in Berlin zum freien Überlebenden von Theresienstadt – steht für die Stärke des menschlichen Geistes. Seine Geschichte mahnt, der Opfer der Shoah zu gedenken, Diskriminierung zu erkennen und sich aktiv für Menschenrechte einzusetzen. Institutionen wie die Gedenkstätte Theresienstadt tragen dazu bei, diese





